Kalte Asche!

7. August 2010

Nachdem nun endlich der dritte Teil als Taschenbuch erhaeltlich war, habe ich mich nun an den zweiten Teil gewagt. Ich muss sagen, er war nicht schlecht, aber zwischendurch etwas langatmig und durchschaubar! Bin gespannt, ob Beckett im dritten Teil wieder zu Hochform auflaeuft. Zweite Teile sind leider nie das Gelbe vom Ei! ;-)

Kalte Asche!

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod: Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord …
Fazit: macht Lust auf den naechsten Teil

Mein Schwesterherz ist unter der Haube!

16. Juli 2010

Herzlichen Glueckwunsch Euch zwei! Es war wirklich ein schoenes Fest! Wie angekuendigt folgt nun die Geschichte, die hinter eurem Geschenk steckt! Viel Spass … oder besser Frust! :-D

Jetzt, wo das rauschende Fest vorbei ist, kann ich ja aus dem Naehkaestchen plaudern! ;-) Erst mal zur Erklaerung fuer diejenigen, die nicht bei der Hochzeit waren: Wir haben ihnen zur Hochzeit unter anderem ein Karaoke-Lied geschenkt! Da ich das schon mal gemacht habe, fand ich das eine gute Idee! Auf der Fahrt von Nuernberg nach Muenchen hatten wir diesen Geistesblitz! ;-) Nur welches Lied? Es hat schon ein paar Kilometer gedauert, bis wir eine gute Idee hatten :-P : “Autolied” von der Dorfcombo! Muss man nicht kennen, aber sollte man kennen! :-) Wie ging das nochmal? Lustigerweise hatten wir eine alte Kassette im Auto! Ja, sowas gibt es auch noch! Schnell war das Lied gefunden! Das ist es! Und kein anderes!!! Wenn wir uns da mal nicht zu frueh gefreut haben…! Gleich am naechsten Tage machte ich mich auf die Suche nach einer Instrumentalversion davon. Es gibt ja mittlerweile von fast allem “Karaoke-Versionen”! Tja, von dem Lied leider nicht! Ich habe Tage mit der Suche verbracht, aber ich bin keinen Schritt weiter gekommen! Was tun, sprach Zeus!? Kurzerhand schrieb ich der Band eine Mail, ob sie nicht mit einer Version dienen koennten! :-) Keine 10 min spaeter klingelte das Telefon! Leider haben wir es nicht gehoert! :-( Auf den Rueckruf antwortete leider niemand! Somit schrieb ich am folgenden Tag erneut eine Mail! Dieses Mal habe ich das Telefon gehoert! Und wer war dran? Franz von der Dorfcombo! Das nenne ich mal Fan-Naehe! ;-) Es war echt ein nettes Gespraech! Sie haetten rein gar nichts dagegen, wenn ich ihr Lied verwenden wuerde! Aber jetzt kommt die schlechte Nachricht: Eine Instrumental-Version gibt es nicht! :-( Da standen wir wieder … auf dem Boden der Tatsachen! Langsam aber sicher wollten wir schon aufgeben. Ich hatte mich bereits auf die Suche nach einem anderen Lied gemacht! Leider passte keines so gut wie das! Schliesslich versuchte ich erneut mein Glueck! Und siehe da: ein Karaoke-System fuer schlappe 200€, welches mich sehr weit gebracht hatte! Da Désirée und Marius nicht DIE Karaoke-Fans sind, war uns das viel zu teuer! Das brachte mich auf eine weitere Idee: Gibt es gibt Anbieter von Karaoke-Maschinen, die den Song tatsaechlich auch in ihrem Repertoire haben!?!? Die gibt es! Und davon nicht wenige! Neue Hoffnung flammte auf! Eine erste Mail ging in die Schweiz, eine zweite und dritte in die Naehe von Stuttgart! Leider konnte mir keiner wirklich helfen! “Lizenzrechtliche Gruende”! Okay!? Aber wem gehoert denn das Lied, wenn nicht der Band??? Aus der Schweiz erhielt ich noch einen Hinweis auf den Hersteller seiner Karaoke-Maschine! Vielleicht haette ich da mehr Glueck! Die Antwort von dort war mal wieder ernuechternd: “Leider haben wir keinen Zugriff auf einzelne Lieder, aber sie koennen ja das ganze System kaufen!” Is klar! Ihr produziert die Dinger ohne Zugriff auf die Lieder! Veraeppeln kann ich mich alleine! Ich habe mich echt tierisch aufgeregt ueber diese Antwort! Darum mache ich hier auch keine Werbung fuer das Teil! Im uebrigen das Gleiche, welches die “Mietservices” im Angebot haben! Auch so eine Frechheit! Man bekommt das Teil fuer 200€ zu kaufen! Der Mietpreis liegt bei 300€! Was fuer ein Geschaeft! Sollte das mit dem Studium widererwartend nicht klappen, weiss ich schon, was ich mache! Oder auch so als “kleiner” Nebenverdienst? Man wird sehen! Wieder standen wir mit leeren Haenden da! Noch einen letzten Versuch wollte ich starten. Dass es nicht dabei geblieben ist, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht! ;-) Die Idee war recht simpel: NOTEN! Was liegt denn naeher, als mit den Noten das Lied selbst einzuspielen!? :-) Das sollte ich hinbekommen! Wieder eine Mail an Franz von der Dorfcombo! Ich war felsenfest davon ueberzeugt, dass wir Endlich eine Loesung hatten! Nach einer Woche Schweigen fragte ich nochmal nach! Das Ergebnis: Es gibt keine Noten!!!!!!!! Es wurde immer aus dem Kopf gespielt! Wie viel Pech kann man denn haben? :-( Ich wollte mich aber einfach nicht meinem Schicksal hingeben! Bei meiner weiteren Suche bin ich auf eine Band gestossen, die das Lied ebenfalls in ihrem Set hat! Leider konnte ich keine Kontaktdaten finden. Somit nahm ich den Umweg ueber DENIC! ;-) Als ich dann sah, wer fuer die Homepage zustaendig ist, traute ich meinen Augen nicht: Ein ehemaliger Schulkamerad und Nachbar von mir!!! Unfassbar, oder? Zufaelle gibt es, die gibt es! Leider warte ich heute noch auf eine Antwort! :-( Jetzt hatte ich mich ergeben! Der Traum vom “Autolied” war geplatzt! Ich kann mir nicht vorwerfen, ich hatte nicht alles dafuer getan! Unmotiviert entschlossen wir uns fuer einen mehr oder weniger “guten” Ersatz! Der Text stand auch schon! Am naechsten Tag war ich aber garnicht mehr ueberzeugt! Ich hatte einfach kein gutes Gefuehl dabei! Ohne mir wirklich was davon zu versprechen, schrieb ich zwischendurch an mehrere befreundete Klavierspieler, die vielleicht ohne Noten das “Autolied” einspielen koennten!? Eigentlich wollte ich mich nur jemand Aussenstehenden mitteilen! ;-) Martin schrieb dann zurueck, dass er das eventuell machen koennte! Wie gesagt, ist das Lied auch nicht so kompliziert! Damit er sich ein Bild davon machen konnte, habe ich ihm dann das Original zukommen lassen! Was er dann antwortete, konnte ich erst gar nicht glauben. Dass sein Bruder in einer Band spielt, das wusste ich ja! Dass das “Autolied” das letzte Lied in ihrem Set ist, das war mir neu! :-D Unglaublich, oder? Ich musste mich erst mal setzten! Nach diesen ganzen Rueckschlaegen sollte das Projekt Karaoke doch noch ein gutes Ende nehmen? Gleich machte ich mich an den Text! Lustigerweise ging mir dieser locker von der Hand! Nach nicht mal einem Tag war dieser geschrieben! Ich will mich nicht selbst loben, aber meiner Meinung nach ist er mir auch sehr gut gelungen! Und ich bin nicht der Einzige, der das denkt! :-)

Besuch in Muenchen nach dem Antrag:
Antrag

Das glueckliche Hochzeitspaar:

Hochzeit


 

Darum torkelt der Text auf DVD- und Buchrücken!

29. Juni 2010

Habt ihr euch das nicht auch schon oft gefragt? Hier die Antwort! :-)

Darum torkelt der Text auf DVD- und Buchrücken!
Mal von unten, mal von oben: Bei jedem Roman und jeder DVD läuft der Titel auf dem Rücken anders. Es gibt zwar Standards – aber niemand hält sich dran. Deshalb müssen Buchkäufer weiter die Köpfe vorm Regal hin- und herneigen – bis sie zusammenstoßen.

Wieder mal habe ich jemanden in der Buchhandlung umgerannt, diesmal vorm Regal mit den Reiseführern. Aber ich hatte diesmal nach ein paar Minuten betretenen Schweigens und Weiterstöberns nicht nur eine Entschuldigung, sondern die Erklärung: Wer hier auf den Buchrücken die Titel lesen will, muss ständig den Kopf mal nach links, mal nach rechts neigen – je nachdem, welches Buch da steht. Die Schrift läuft auf jedem Buchrücken anders, mal von unten nach oben (Kopf nach links), mal andersrum (Kopf nach rechts).

Wie soll man da noch auf etwas anderes (Menschen, Füße, Hindernisse) achten?

Ein kleines Ärgernis. Aber umso größer ist das Rätsel, warum nach ein paar Jahrhunderten Buchdruck ausgerechnet in Deutschland kein Beschriftungsstandard existiert. Oder steckt doch ein System hinter dem Beschriftungschaos auf Buch- und DVD-Rücken? Darüber diskutieren in Web-Foren immer wieder verdutzte Buchkäufer. Zum Beispiel auf einer Seite mit dem schönen Namen Fragenohneantwort. Die Klagen dort:

  • “Es ist ja noch komplizierter! Bei dicken Wältzern wird der Titel auch gerne mal horizontal auf den Rücken gedrückt. Beim Regal-Scannen pendelt der Kopf dann gezwungenermaßen nach rechts, dann links.”
  • “Ich habe nicht direkt eine Antwort, aber mir ist aufgefallen, dass es einen Unterschied zwischen deutschen und englischen Büchern gibt.”
  • “Bei Büchern, die im Regal stehen, ist unbedingt diejenige Anordnung am funktionalsten, die es uns ermöglicht, die Buchtitel in Übereinstimmung mit unseren normalen Lesegewohnheiten aufzunehmen, das heißt von links nach rechts und zeilenweise von oben nach unten.”

Derart detaillierten Ausführungen zur Theorie des optimalen Buchrückens klingen merkwürdig – bis man selbst anfängt, Buchrücken zu untersuchen. Und das ist unvermeidlich, wenn einem das Chaos einmal aufgefallen ist – Buchrücken-Pedanterie. Ich suche seit Wochen das System hinter diesem Durcheinander, doch es gibt schlicht keines.

  • Angeblich laufen in Deutschland die meisten Titel auf Buchrücken von unten nach oben (Kopf nach links). Die Regel ist das aber nicht: Bei Reclam-Bändchen ist das zum Beispiel konsequent anders (Rückenschrift von oben nach unten), bei vielen Verlagen gibt es Ausreißer.
  • Völlig verwirrend ist die Beschriftung von Kunstbänden: Hier läuft der Titel auf dem Buchrücken häufig im angloamerikanischen Stil von oben – aber auch hier gibt es viele Ausnahmen – zum Beispiel beim Kunstbuchverlag Hirmer.

Das ganze Durcheinander kommentiert Verleger Rolf Nüthen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels: “Es gibt in Deutschland keine Norm für die Beschriftung von Buchrücken, die Schrift läuft in vielen Fällen von unten nach oben; eine Erklärung dafür kenne ich nicht.”

Weit mehr Gedanken zu dem Thema haben sich die Experten des Deutschen Instituts für Normung (DIN) gemacht – sie arbeiten sich seit etwa 50 Jahren an einer Buchrückennorm ab. Das erste Ergebnis erschien im Juni 1959 – ohne bindenden Standard. In jahrelangen Debatten über die Norm DIN 1429 hatten sich die betroffenen Verlage offenbar nicht einigen könne, wie die Schrift auf dem Buchrücken nun laufen soll. In den Erläuterungen der Norm schreiben die Verfasser:

“Die Auseinandersetzungen darüber haben geradezu weltanschauliche Formen angenommen. Auch der Ausschuss hat sich bei der Bearbeitung der Norm eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Für beide Arten werden gute Gründe angegeben.”

Der Ausschuss kapitulierte. Statt eines Standards gab man nur eine Empfehlung heraus, und zwar die, “den Rückentitel von unten nach oben laufen zu lassen”. 20 Jahre später überlegte das Institut es sich anders und empfahl nun in einer überarbeiteten Norm, die Schrift auf dem schmalen Buchrücken “von oben nach unten” laufen zu lassen. Begründung: Das sei so “international, besonders im angloamerikanischen Sprachraum vorherrschend”.

Einen weltweiten Standardisierungsversuch gab es dann noch: Das internationale Normungsinstitut ISO veröffentlichte im Dezember 1985 eine Buchrücken-Norm (6357). In der Einleitung steht das Offensichtliche: “Bücher und ähnliche Publikationen, die in Regalen eingestellt oder abgelegt werden, sind einfacher zu finden, wenn die Beschriftung der Rücken standardisiert ist.” Auch die ISO-Vereinheitlicher empfehlen, dass die Schrift auf dem Buchrücken von oben nach unten läuft.

An diesen Grundsatz hält sich allerdings auch 23 Jahre später kaum ein Verlag. Das DIN hat inzwischen aufgegeben – die letzte Neufassung der Buchrückennorm wurde 2000 zurückgezogen. Seitdem gab es keinen neuen Vereinheitlichungsversuch.

Bei DVDs ist das Rückenchaos genauso groß, wie SPIEGEL-ONLINE-Leser Fabian Pingel beklagt: “Will man ein ordentliches Regal haben, bei dem alle Beschriftungen in die gleiche Richtung zeigen, muss man beim Rausnehmen die Hälfte der DVDs erst einmal herundrehen, um sich die Beschreibung auf der Rückseite durchzulesen.”

Der Text auf dem DVD-Rücken läuft nicht nur von Filmstudio zu Filmstudio in verschiedene Richtungen – er wechselt zum Beispiel auch bei verschiedenen DVDs des Studios MGM, mal von unten nach oben (“Der Partyschreck”), mal andersrum (“Lord of War”). Die verantwortliche Marketing-Managerin Anne Leonhardi erklärt das ganz einfach: “Es gibt keinen Standard zur Beschriftung der DVD-Rücken bei 20th Century Fox Home Entertainment.”

Daran hat einfach noch niemand gedacht.
Konrad Lischka

In Asien!

18. Juni 2010

Leider bin ich nicht in Asien! :-( Waere ich aber echt sehr gerne wieder. Dieses Jahr wird es nichts mehr mit Urlaub, aber naechstes Jahr holen wir alles nach! ;-) Und damit mir die Zeit nicht zu lange vorkommt, habe ich mich auf die Suche nach einem Buch ueber Asien gemacht! Schnell bin ich dabei auf Tiziano Terzani gestossen. Dieser hat 30 Jahre lang für den SPIEGEL aus Asien berichtet. Achja … das wuerde mir auch gefallen! ;-)

In Asien!

Singapur, Tokio, Shanghai sind heute Synonyme für einen Erdteil im Aufbruch. Die wirtschaftliche Dynamik, die von den Boom-Regionen Asiens ausgeht, lässt viele ahnen, dass dieser Kontinent das 21. Jahrhundert prägen und wahrscheinlich an die Stelle der Weltmacht USA treten wird. Der Journalist und Schriftsteller Tiziano Terzani hat 30 Jahre lang für den SPIEGEL aus Asien berichtet. ‘In Asien’ ist die Essenz seiner Erfahrungen. Immer vor Ort berichtet der Spiegel-Journalist in seiner eigenen hintergründigen Art, u.a. vom militärischen Engagement der USA in Vietnam, dem Fall Phnom Penhs, von der Niederschlagung des Aufstands am Platz des himmlischen Friedens, von der Übergabe Hongkongs an die Chinesen oder dem Phänomen der indischen ‘Räuberhauptfrau’ Phoolan Devi. Persönliche Porträts von Mutter Teresa, dem Dalai Lama, vom japanischen Kaiser Hirohito und dem chinesischen Machtpolitiker Deng Xiao Ping verdeutlichen das weite Spektrum asiatischer Lebenserfahrung. Schöne und grausame Eindrücke entfalten sich: die Friedfertigkeit thailändischer Buddhisten neben der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und dem gnadenlosen Kodex japanischer Geheimgesellschaften. Terzani schildert, welche Faszination die westliche Lebensweise auf den Osten ausübt, wie viele Menschen aber auch dafür kämpfen, ihre kulturelle Identität zu bewahren. Seine Betrachtungsweise lässt Mentalitäten und Religionen verständlich werden und bringt Licht in die Hintergründe dieser Weltregion mit ihren Konfliktherden Afghanistan, Kaschmir und Tschetschenien.

Fazit: interessant aber langatmig

Alles hat ein Ende …!

7. Juni 2010

Heute ist es endlich soweit! Das letzte Kapitel eines schon viel zu langen Buches wird geschrieben. 6 Monate habe ich fuer das Kapitel. Ich hoffe, die Zeit wird mir reichen. Ich habe aber ein sehr interessantes Thema fuer diesen Teil gefunden. Ich bin stolz, dass mich gleich mehrere Unternehmen bei meinem letzten Kapitel unterstuetzen wollten. Die Entscheidung fiel mir aber nicht schwer. Neben dem interessanteren Thema spielte auch der Fahrweg eine Rolle. Nachdem nun alle buerokratischen Huerden genommen wurden, kann es nun endlich losgehen. Ich freue mich drauf! :-)

DA

Robin Hood!

31. Mai 2010

Wieder mal wurde die Geschichte um Robin Hood verfilmt. Dieses Mal wurde mehr Wert auf “Fakten” gelegt. Ich muss sagen, der erste Teil ist wirklich spannend, lustig und unterhaltsam. Gegen Ende wird er leider etwas pathetisch!

Kritik (Robin Hood)
Die Gesellschaft ist im Wandel – stetig und immerzu, selbst wenn dieser natürliche Prozess im jeweiligen Moment kaum wahrgenommen wird. Wer allerdings einen Schritt zurücktritt und größere Zeiträume betrachtet, kann wirkliche Veränderung registrieren. Das Filmgeschäft reflektiert diese Entwicklungen selbstverständlich auch. Und so kommt es, dass ein Stoff, der seit Jahrhunderten existiert, in den verschiedenen Epochen immer wieder aus anderen Blickwinkeln betrachtet wird. Im Jahr 2010 ist die Zeit reif für eine Neusicht auf die Dinge, die da im Sherwood Forest des frühen 13. Jahrhunderts die Legende eines unbeugsamen Bogenschützen begründeten. Regisseur Ridley Scott wählt für seinen „Robin Hood” einen frischen Ansatz und zimmert ein kraftvolles, hervorragend inszeniertes Action-Abenteuer, das den Eindruck erweckt, als sei der „Gladiator” in die englischen Wälder eingefallen.

<;em>England, um 1200. Das Land darbt. Die Armee reibt sich seit Jahren in fremden Landen in den verheerenden Kreuzzügen des Königs Richard Löwenherz (Danny Huston) auf, während die Bevölkerung zuhause am Hungertuch nagt und von der Krone mit überhöhten Steuern drangsaliert wird. Als Löwenherz im Kampf gegen die Franzosen fällt, besteigt sein inkompetenter und selbstherrlicher Bruder John (Oscar Isaac) daheim in England den Thron. Der Bogenschütze Robin Longstride (Russell Crowe) kommt mit seinen Mitstreitern Will Scarlett (Scott Grimes), Little John (Kevin Durand) und Allan A‘Dayle (Alan Doyle) einem Komplott auf die Spur: Der undurchsichtige Godfrey (Mark Strong) treibt ein doppeltes Spiel und versucht, sein Heimatland für den eigenen Vorteil zu verraten. Der in den Hinterhalt gelockte Edelmann Sir Robert Loxley (Douglas Hodge) ringt Robin auf dem Sterbebett ein Versprechen ab. Er soll sein Schwert seinem alten Vater in Nottingham überbringen, um seine Ehre zu retten. Robin willigt ein und trifft dort auf Lady Marion Loxley (Cate Blanchett), die von ihrem Vater Walter (Max von Sydow) dazu gedrängt wird, ihn, Robin Longstride, als ihren heimgekehrten Ehemann Robert Loxley auszugeben…

Über kaum ein anderes Projekt der vergangenen Jahre wurde im Vorfeld schon derart viel diskutiert wie über diesen „Robin Hood”. Immer wieder drangen Horrormeldungen über Probleme vom Set an die Öffentlichkeit. Ihr Tenor: Regisseur Ridley Scott und sein Superstar Russell Crowe hätten sich bei ihrer fünften Zusammenarbeit völlig überworfen, was den kreativen Prozess nachhaltig behindere. Ob das nun der Wahrheit entspricht oder eine geschickt lancierte Medienbefeuerung ist, um den Film ins öffentliche Bewusstsein zu hieven, ist völlig egal. Denn letztendlich hatte dies alles keinen sichtbaren Einfluss auf den fertigen Film. Scott und Crowe betonen unisono, dass sie an „Robin Hood” nur interessiert seien, wenn er eine neue Perspektive einnimmt – immerhin da waren sie sich einig und dementsprechend modern und erwachsen ist ihre Version auch.

„Robin Hood” anno 2010 hat mit den Mantel-und-Degen-Schinken, in denen die Schauspieler kalauernd in Strumpfhosen durch die Wälder streifen, kaum mehr etwas gemein. Ridley Scott lässt seinem „Robin Hood” den vor Kraft nur so strotzenden Inszenierungsstil seines „Gladiator” angedeihen: Realismus statt Romantik und harte Actionszenen statt augenzwinkerndem Gaunercharme. Scotts Drehbuchautor Brian Helgeland („L.A. Confidential”) legt die Geschichte als Mischung aus dreckiger Heldenmär und historischem Polit-Drama an. Die Mechanismen der Macht sind Scott dabei besonders wichtig, genauestens zeigt er immer wieder die Versuche, das poltische Gleichgewicht zu stören oder wiederherzustellen. Auf der anderen Seite setzt der Regisseur auf knüppeldicke Action, die aber auch stets realistisch geerdet ist. Ihre Vitalität kombiniert er mit wunderschönen Breitwand-Panoramen und schafft so eine Atmosphäre berstender Intensität.

Bei der Charakterzeichnung sind die Rollen nicht mehr so klar verteilt wie bei den üblichen „Robin Hood”-Verfilmungen. Die Figur des Robin Hood ist ohnehin ein Mythos, der nicht direkt auf einem einzigen realen Vorbild fußt, sondern sich als Reaktion auf die tatsächlichen Ereignisse im England des 13. Jahrhunderts insgesamt herausgebildet hat. Von daher ist es auch nicht anstößig, dass Ridley Scott nicht auf die klassische Variante des Stoffes zurückgreift. Bei ihm sind Robin Hood und der Adlige Sir Robert Loxley nicht wie so soft ein- und dieselbe Person, sondern der einfache Bogenschütze Robin Longstride schlüpft hier erst nach einigen zwielichtigen Manövern in die Haut des verstorbenen Robert Loxley. Russell Crowe gibt somit einen wesentlich kantigeren Robin Hood als etwa Kevin Costner 1991 in der kuscheligen Soft-Rockversion von Kevin Reynolds, in der damals noch zu Bryan-Adams-Schnulzen geschwoft wurde. Crowe ist ein harter Hund, der dem Mythos sein erdiges Charisma entgegenstellt und ist für diese rauere Version des Helden wie gemacht. Er mag mit seinen 45 Jahren zur Drehzeit der älteste Robin Hood der Geschichte sein, aber durch intensives Training sieht der Australier definitiv topfit aus. Und entgegen eigener ursprünglicher Planung hat er sich seiner „State of Play”-Matte entledigt und sein Haupthaar auf „Gladiator”-Länge stutzen lassen – was seinem Robin besser steht.

Generell ist die Figur des Robin Hood so ambivalent wie selten zuvor angelegt. Er hat zwar ein eisenhartes Rückgrat, schreckt aber auch nicht davor zurück, sich unverhohlen in eine bessere Position zu lügen – in ähnlicher Weise ist die Zeichnung von Richard Löwenherz und seinem Bruder Prinz John ausgeglichener. Der sonst so reine Löwenherz ist in der Neufassung ein kriegsgeiler Tyrann, der sein Land durch die Kreuzzüge an den Rand des Verderbens gedrängt hat. Und Prinz John ist zwar immer noch eine Symbolfigur des Unsympathischen, aber zugleich auch weniger Witzfigur als zuvor – und zudem wird er von Oscar Isaac so gut gespielt, dass er sich manche Szene stehlen kann.

Auch den Fokus der Handlung setzen Scott und Helgeland deutlich anders als gewohnt. Ihr Film erzählt quasi die Vorgeschichte zum Mythos, denn Robin Hood kämpft hier zunächst sehr wohl für die Krone, erst sehr spät wird er in Scotts Version zum Geächteten, was die Ambivalenz der Figur und der Geschehnisse unterstreicht. Die Verlagerung der Geschichte fordert aber auch Opfer. Der Sheriff von Nottingham – sonst der klassische Gegenspieler von Robin Hood – ist zwar in Person von Matthew MacFadyen weiterhin präsent, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Auch das Verhältnis von Robin Hood und Lady Marion ist weniger leidenschaftlich als pragmatisch, ein Hauch von „Die Wiederkehr des Martin Guerre” (oder von dessen Remake „Sommersby”) weht durch den Sherwood Forest. Aber trotz dieser Modifizierungen atmet Scotts Neuversion zwischen aus jeder Pore den Geist der Legende. Erst gegen Ende wird die Balance zwischen realistischer Revision und Respekt für den Mythos aufgegeben und der Regisseur schwenkt doch noch in Richtung eines recht konventionellen Heldenepos’ um, womit er seine eigene Vision, die er über weite Strecken des Films so überzeugend entfaltet hat, letztlich unterläuft.

Fazit: Ridley Scott zieht Robin Hood die Strumpfhosen aus. Seine Neuinterpretation fällt genau so aus wie erwartet und erhofft. Der Brite dreht den Mythos einmal durch den Wolf und präsentiert uns ein mit Ernsthaftigkeit sowie einer politischen Note versehenes, brillant fotografiertes und blutiges Schlachtengemälde, ohne sich zu weit von der Legende zu entfernen.
Carsten Baumgardt

Robin Hood

Damit ihr Hoffnung habt …!

21. Mai 2010

Erst als ich den Artikel geschrieben hatte, ist mir aufgefallen, dass ich wohl 1-2 Saetze zu viel geschrieben habe! Wem es zu viel ist, der braucht ihn ja nicht lesen! :-P Dem Rest viel Spass beim Schwelgen in (unseren) Erinnerungen!

Haben wir Hoffnung? Ja! Wir haben Hoffnung! Ich kann bei den zahlreichen Podien nicht mehr sagen, wer das gesagt hat, aber ein schlauer Mensch auf dem OEKT hat sinngemaess folgendes von sich gegeben: Erwartungen koennen enttaeuscht werden! Hoffnungen nicht! Und das finde ich ein weiser Ausspruch! Was macht man auf einem Kirchentag? Man steht mitten in der Nacht auf und geht mitten in der Nacht ins Bett! Dazwischen besucht man Gottesdienste, Podien, Workshops, Bibelarbeiten, Auffuehrungen, Konzerte und und und.

Am Mittwoch ging es mit dem Eroeffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese los. Martina konnte etwas frueher Schluss machen, wodurch die Fahrt zur “Wies‘n” noch relativ stressfrei war. Spaeter konnten die Bahnen des MVG den Besucheransturm kaum noch bewaeltigen. Am Ausgang der U-Bahn bekam man dann gleich eine Platzkarte! Wir durften noch fast bis ganz nach vorne! ;-) Wir standen direkt hinter den tausenden Blaesern, die sich vor der Buehne versammelt hatten. Bis zum Ende hing eine dunkle Wolke ueber der Theresienwiese, aber es blieb trocken. Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Erzbischof Dr. Reinhard Marx, der katholische Praesident des 2. OEKT Alois Glueck und der evangelische Praesident Prof. Dr. Dr. (Dr.) h.c. Eckhard Nagel eroeffneten den 2. Oekumenischen Kirchentag. Es war ein gelungener Beginn! Der Erzbischof hatte einen Brief von Papst Benedikt an die Pilger dabei. Fuer mich sehr ueberraschend ging es in diesem Brief auch um “das Unkraut” in der Katholischen Kirche. Es sollte an diesem Kirchentag nicht das letzte Mal gewesen sein, dass dieses Thema angeschnitten wurde. Das musikalische Highlight war Judy Bailey. Ich hatte zugegebenermassen noch nie was von ihr gehoert, aber Martina schwaermt schon seit Bekanntgabe des Programms von der Saengerin. ;-) Im Anschluss an den Gottesdienst pilgerten ca. 55000 Glaeubige Richtung Innenstadt. Die einen zu Fuß (WIR und einige andere) und der Rest mit der U-Bahn! ;-) Auf dem Weg durch die Strassen wurde man von zahlreichen Anwohnen in Augenschein genommen. Die Strassen waren extra abgesperrt. Ein erstes menschliches Erlebnis auf diesem Kirchentag war eine sehr alte Dame auf ihrem Balkon! Die Pilger winkten ihr freundlich zu! Sie hat sich sicher gefuehlt wie Koenigin Elisabeth! Und eine gewisse Aehnlichkeit war auch vorhanden! :-) Rund um die Innenstadt fand dann das Fest der Begegnung statt! Ein Strassenfest, auf dem sich die verschiedenen Landesgruppen Bayerns vorstellten. Kulinarisch, kulturell und auch sprachlich! ;-) Die Zeit verging wie im Flug! Ploetzlich standen wir schon mit einer Kerze in der Hand auf dem Marienplatz: Abendsegen! Bei 1000 Kindern, die mit ihren Kerzen nur Bloedsinn im Kopf hatten, war die Stimmung weniger klerikal. Im Anschluss wurde wieder gepilgert! Wir pilgerten Richtung Bett! :-D

Der Donnerstag begann dann mit einem katholischen Gottesdienst in der Frauenkirche. Das war das einzige Mal, an dem mehr als eine Handvoll Katholiken zusammen waren. Ich hatte zwischendurch echt das Gefuehl, ich waere auf einem evangelischen Kirchentag! ;-) Die Kirche war wirklich voll. Somit blieb uns nur der Boden vor der Leinwand mit Blick auf den Altar! :-) Da es ein Pontifikalamt war, fuehrte Erzbischof Dr. Reinhard Marx durch die Messe. Es waren schon ein paar seltsame Gestalten im Gottesdienst! Wieder wurde gepilgert! Wieder hinter einer bayrischen Blaskapelle her! Was auch sonst in Muenchen! ;-) Die Reise ging zum Odeonsplatz! Wieder konnte man die wunderbare Organisation bewundern. Wir wurden um die groessten Massen herumgeleitet und standen schliesslich mitten auf dem Odeonsplatz! Erneut war es uns moeglich, auf die Buehne und auf die Leinwand zu schauen! Naja, zumindest ich konnte das … wenn kein Schirm aufgespannt war! ;-) Da es wieder puenktlich zum Gottesdienst aufgehoert hatte zu regnen, war das auch kein Problem! :-) Noch ein Wort zum Wetter: Martina war felsenfest davon ueberzeugt, dass “Gott sein Fest nicht verregnen laesst”! Sagen wir es mal so: Er hatte scheinbar recht viel zu tun, dass es fuer Sonnenschein nicht gereicht hat. Aber richtig geregnet hat es auch nicht! Zumindest wenn wir unter freiem Himmel waren! :-) Dann stand das erste Podium auf dem Programm. Es ging um Christen im Nahe Osten! Gleich mal eine ganz schwere Kost, aber es war sehr interessant! Unter anderem war Dr. Dr. Sumaya Farhat-Nase, Oekologin und Friedenspolitikerin, anwesend. Ich muss gestehen, diese war uns erst auf den zweiten Blick bekannt, aber das Auditorium brach in Freudenstuerme aus, als sie das Podium betrat! ;-) Nach dieser Anstrengung ging es zum Circus Krone! Nein! Wir wollten keine Loewen und Tiger sehen! ;-) Trotzdem haben sich die vielen Muetter im Saal und der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle schier zerfleischt! ;-) Es ging um das Bildungssystem! Warum wir dort noch/schon hingegangen sind? Weil wir danach in 2 andere Veranstaltungen im Circus wollten! :-P Die Chicken Swings fuehrten musikalisch durch die Diskussion! Warum ich das so explizit erwaehne? Zum einen war die Band echt nicht schlecht! Und zum zweiten: Die Diskussion zog sich natuerlich in die Laenge! Somit wurde etwas ueberzogen! Die Band durfte dann noch ein Stueck vortragen! Es wurde immer spaeter, und es mussten noch Dinge fuer den anschliessenden Gottesdienst aufgebaut werden. Trotzdem finde ich, hat auch die Band die Zeit verdient, die ihr eigentlich zugestanden ist. Mitten im Lied lief dann ein Orga-Mensch zur Buehne und fuchtelte wie wild mit den Armen! Den Dirigenten beeindruckte er mit seiner “Einlage” allerdings nicht! :-D Habe ich schon erwaehnt, dass wir einen sehr guten Platz hatten? Habe ich schon erwaehnt, dass dieser Typ den ganzen Saal anschliessend raeumen liess?? Unfassbar! Die Stimmung im Saal war dementsprechend gereizt! Naja, aber das verflog recht schnell! Schliesslich waren wir auf einem Kirchentag! ;-) Nach 15 min durften wir wieder rein! Optisch hatte sich an den Plaetzen nicht wirklich was veraendert! Allerding sassen wir jetzt … noch besser! :-D Und neben uns sass ein nettes aelteres Paerchen, die sich ihren Platz mit Jacken reserviert hatten! ;-) Nach dem Gottesdienst sollte naemlich das Highlight fuer Gehoergang und Lachmuskeln folgen! Somit hofften wir, dass wir den Platz nicht nochmal verlassen muessten! Dann folgte die Durchsage: Nach dem Gottesdienst muss die Halle verlassen werden. Guetigerweise haette man im Vorraum warten duerfen! Die Stimmung im Saal erreichte einen Tiefpunkt! Vor allem hoerte man bereits Leute, die vor der Halle warteten! Nach dem Gottesdienst packten somit alle ihr Hab und Gut, und wollten gerade aufbrechen, als erneut eine Durchsage gemacht wurde: WIR DURFTEN BLEIBEN! :-D Mittlerweile hatte es scheinbar zu schuetten begonnen! Somit wollten sie uns nicht ganz raus schicken! Und der Hauptgrund? Vor der Tuer standen fast 5000 Leute, um den Circus zu stuermen, sobald die Halle ihre Tore oeffnen wuerde! Unfassbar! So ein Andrang! Und wir hatten einen spitzen Platz! :-D Der Abend konnte beginnen. Wieder zeigte sich die geniale Organisation des OEKT. Wir wurden aufgefordert, dass alle ihre Plaetze einnehmen sollten, damit sie sehen koennen, wie viele Menschen sie noch reinlassen koennen. Uns egal! Wir waren drin! :-D Habe ich schon erwaehnt, welche Veranstaltung eigentlich folgen sollte? Judy Bailey, Juergen Becker und Eckart von Hirschhausen auf einer Buehne! Das versprach unterhaltsam und lustig zu werden! :-) Schon der Soundcheck war der Hammer! Wir haben uns schon da weggeschmissen! Weniger ueber Hirschhausens Unvermoegen spontan zu sein, als ueber das StandUp-Kabarett von Juergen Becker! :-D Das sollte sich auch den ganzen Abend ueber nicht aendern! Den Anfang machte Judy Bailey. Was soll ich sagen? Der erste Ton wurde gespielt bzw. gesungen und der ganze Saal sprang von den Stuehlen und klatschte, tanzte und sang! Selbst die aelteren Herrschaften neben uns waren aus dem Haeuschen! ;-) Jamaikanische Rhythmen gepaart mit christlichen Texten! Eine wunderbare Kombination! Dann wechselten sich Becker und Hirschhausen ab! Man merkt einfach die Jahrzehnte, die Becker bereits auf der Buehne steht. Hirschhausen wirkte anfaenglich sehr verkrampft und spaeter immer noch verkrampft! Becker dagegen brachte den Saal zum toben! Wir haben uns wirklich fast todgelacht! Ich kann mich nicht erinnern, wann wir uns so weggeworfen haben! :-D Ich kann jedem nur empfehlen, einmal eine Auffuehrung von ihm zu besuchen! Oder einfach mal den Fernseher einzuschalten, wenn er mal wieder auf Sendung ist. Es ist schwer, ein Beispiel zu bringen, aber ich versuche es trotzdem mal! Man muss sich aber auch sein Gesicht und seine Sprache dazu vorstellen! ;-)

Becker: Als ich noch ein kleiner Junge war, brachte ich eine 6 in Mathematik mit nach Hause! Damals hiess das ja noch Rechnen! Meinem Vater gab ich auch noch Widerworte, als er mir seine Meinung dazu erzaehlte! Somit legte er mich uebers Knie und begann “mein Gesaess zu massieren”! Meine Mutter hoerte das Treiben im Wohnzimmer und kam gelaufen. Sie sagte zu meinem Vater: “Das macht man heutzutage nichtmehr!” Mein Vater antwortete: “Achso!” Danach hat er mich nie wieder uebers Knie gelegt! Tja, nur leider ist Mixa eben nicht verheiratet!

:-D Zum schiessen … Peng! ;-) Zum Abschluss spielte nochmal Judy Bailey! Selbst den etwas steifen und unspontanen Hirschhausen sah man tanzen! :-) Ein wirklich unterhaltsamer, froehlicher und familiaerer Abend!

Am Freitag ging es dann wieder relativ frueh los. Nachdem wir abends noch Brote geschmiert hatten, war die Nacht ganz schoen kurz! Als erstes Stand eine Diskussion in der Messestadt zum Thema “Konfessionsverbindende Ehen und Familien” auf dem Programm. Da Martina evangelisch ist, ist das durchaus ein spannendes Thema! ;-) Da wir relativ frueh dran waren, stolperten wir noch in die sehr langatmige Bibelarbeit von Dr. Norbert Lammert, dem Bundestagspraesident. Bei der Diskussion waren dann unter anderem Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, ein Vertreter der katholischen Kirche und ein konfessionsverschiedenes Ehepaar. Bei dieser Diskussion kamen weder evangelische noch Katholiken besser weg. Zum Beispiel durfte der Mann des Paares nichtmehr evangelischer Pfarrer werden. Es kristallisierte sich bereits da eines der Themen heraus, das immer wieder den ganzen Kirchentag ueber aufkam: interkonfessionellen eucharistische Gemeinschaft ! Worum es dabei geht, sollte jedem Christen klar sein! :-) Es ist sicher, dass es irgendwann eine solche Interkonfessionelle Abendmahlsgemeinschaft geben muss! Ich finde auch, dass es in dieser Streitfrage eine Loesung braucht! Allerdings verstehe ich trotz meiner konfessionsverschiedenen Partnerschaft auch die katholische Kirche. Solange es evangelische Gemeinden gibt, die geweihte Hostien zu Salat-Croutons verarbeiten, und die Messwein auf Partys ausschenken, kann es keinen offiziellen Konsens geben. Zudem muss ich noch was Grundsaetzliches loswerden: Ich finde, dass jeder Katholik fuer sich selbst entscheiden sollte, ob er bei einer evangelischen Messe zur Kommunion geht oder nicht! Es geht doch um “GLAUBE” und nicht um Gesetze! Sicherlich haben evangelische Christen ein groesseres Problem, da sie sich nicht einfach ueber den Willen des jeweiligen Pfarrers hinwegsetzen duerfen! Zurueck zu unserem Programm. ;-) Die naechste Veranstaltung stand unter dem Motto “Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung – Gibt es eine Formel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?”. Keine geringere als unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich die Ehre. Zuvor musste aber noch die Halle mit Bombenspuerhunden durchkaemmt werden. ;-) Da unser Vesper fuer abends reichen sollte, machte ich mich auf den Weg um etwas Essbares zu finden. Wir hatten gut 2h Zeit! Da sich die Halle aber merklich fuellte, blieb Martina lieber auf unseren Plaetzen. Es war gar nicht so leicht, was zu finden! Gut, gefunden habe ich schon was, aber ich wollte nicht die 2h in einer Schlange verbringen! ;-) Sowohl die Staende im Freien als auch die Essenshalle waren zum Bersten gefuellt! Als ich es schon aufgeben wollte, fand ich einen kleinen versteckten HotDog-Stand! Nach 10min hatte ich zwei Riesen-HotDogs in der Hand! Mit knurrendem Magen machte ich mich auf den Weg zur Halle! Martina wartete auch schon ganz ungeduldig auf mich! Von meiner Beute hatte ich ihr allerdings nichts erzaehlt! ;-) Als ich mich der Halle naeherte, fielen mir die vielen Leute auf! Es wurden immer mehr! Hatte ich mich in der Halle geirrt? Nein! Ich stand vor Halle C1! Zusammen mit hunderten und einem Pfadfinder mit einem Schild: “Halle ueberfuellt!” Das konnte nicht wahr sein! Wir hatten einen Platz! Ich hatte was zu essen! Nur ich konnte nicht rein! “Damit ihr Hoffnung habt…” hiess das Motto! Somit stellte ich mich mit etwas Hoffnung in die “Schlange”! Ein Mann draengelte sich an mir vorbei! Er muesse rein! Seine Frau wuerde in der Halle sitzen! Hallo? Meinst du, ich stehe freiwillig mit knurrendem Magen und 2 Riesen-HotDogs in der Schlage? Eben! Nach etwas Diskussion zeigte sich mal wieder die Organisation! Die wartenden Pilger an den Tueren wurden doch tatsaechlich von einem Helfer direkt an ihren Platz gebracht, damit keine zusaetzlichen Menschen mehr in die Halle kommen! Trotzdem war es ein schieben und quetschen! Ich dachte, ich bin auf einem Kirchentag!? ;-) Schliesslich erreichte ich zusammen mit meinem Personenschuetzer den reservierten Sitzplatz! Die ganze Reihe empfing mich freudig, auch wenn ich nur Martina kannte! :-) Dann kam auch schon Frau Bundeskanzlerin! Martina’s erste Reaktion: Huch ist die klein! ;-) Man muss schon sagen, menschlich ist die Frau echt sehr nett! Es folgte erneut eine Diskussion um Abendmahl und Eucharistie. Wieder war die Diskussion sehr interessant, auch wenn nicht mehr so viel neue Information hinzukam! Ein Highlight muss ich noch erwaehnen: Das mittel- und suedbadische Blaeserensamble! :-P Da faellt mir noch was ein: Ich kann die naechsten 4 Wochen keine Blechblaeser mehr hoeren! :-D Danach hatten wir wieder etwas Zeit, um das Messegelaende zu erkunden. Martina wollte unbedingt noch bei Danny Fresh vorbeischauen! Dieser hatte schon bei einem Kirchentag vor ein paar Jahren “Musik” gemacht. Wenn es Martina gefaellt, koennt ihr euch denken, was der fuer “Musik” macht! ;-) Lustigerweise habe ich dann in einem kleinen Pressezelt neben der Buehne Nina Hagen entdeckt! ;-) Die Frau ist auch nicht so mein Fall, aber bekannt ist sie ja schon! :-) Zum Abschluss schlenderten wir gemuetlich Richtung Halle C3. Wir wollten an einem Abendgebet mit Taizé-Bruedern teilnehmen. Uns kam nicht in den Sinn, dass die Halle wieder ueberfuellt sein koennte! Was soll ich sagen? Die Halle war ueberfuellt! :-( Dieses Mal standen wir wenigstens zusammen vor der Halle! Wir entschlossen uns aber noch eine Zeit zu warten! Tatsaechlich gab es noch vereinzelte Stehplaetze … und wir waren schliesslich drin! ;-) Am Eingang wurden wir dann informiert, dass es nur noch Stehplaetze gaebe! Okay! Schauen wir uns das doch einfach mal an! In der Mitte der Halle kam dann eine Helferin auf uns zu! Wir hatten schon damit gerechnet, dass wir wieder zurueck geschickt werden wuerden. Weit gefehlt! Sie hat uns zwei Plaetze zugeteilt! :-D Somit sassen wir zufrieden direkt vor einer Leinwand, auf der wir das spaerliche Geschehen auf der Buehne verfolgen konnten! Wie zu erwarten war, wurde kraeftig gesungen und gebetet! Das Lustige ist, dass vor einer “Gesangsveranstaltung” immer die Lieder mit dem Publikum geprobt wurden! :-) Dann wurde es still, und das Gebet ging los! 2h sangen und beteten wir gemeinsam. Es war wirklich eine ergreifende Zeit! Als dann die vorher verteilten 6000 Kerzen gegen Ende des Gebetes angezuendet wurden, war das ein beeindruckendes Bild! Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings. Ein Kreuz wurde in die Mitte der Halle gelegt, an dem die Gemeinde seine “Lasten” ablegen konnte! Aufgrund der Menschenmasse dauerte das sehr lange! Daher beschlossen wir nach Ende des Gebetes dort hinzugehen! Das Gebet war zu Ende und trotzdem sangen wir! Gaensehautfeeling!

Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name!
Bless the Lord, my soul, who leads me into life!

Doch ploetzlich ging das Licht an, und Beethoven oder sonst wer schallte aus den Lautsprechern! Ein bisschen mehr Taktgefuehl haetten wir da schon erwartet! Einer der wenigen Kritikpunkte!

Am letzten “echten” OEKT-Tag hatten wir uns als Erstes einen Rockgottesdienst im Olympiapark ausgesucht! Klingt komisch, ist aber so! ;-) Es kam, wie es kommen musste: Wir standen in einer Menschentraube vor der “Kirche”! Es ging nicht vorwaerts und nicht rueckwaerts! Langsam muss euch das auf den Keks gehen, aber die Organisation! Es hat zwar ein Weilchen gedauert, aber schliesslich wurde kurzerhand ein weiterer Saal geoeffnet, und wir bekamen doch noch einen Platz! Auf dem Boden zwar aber immerhin! ;-) Vom Gottesdienst selber waren wir leider nicht so begeistert! Dann mussten wir wieder in die Bahn steigen, denn es ging wieder zur Messestadt! “Wo Glauben erfahren? – Kloster, Konzertsaal, Montagehalle: Gott ist gegenwärtig”! Unter anderem war auch mal wieder Nina Hagen dabei! ;-) Dieses Mal diskutierte sie mit und sang auch das eine oder andere Lied! Ich muss sagen, die Gute hat echt einen an der Waffel, aber was sie inhaltlich von sich gegeben hat, war gar nicht mal so verkehrt! Den musikalischen Rahmen bildete Aschira aus Meppen. Die 3 Lieder, die sie konnten, waren nicht so schlecht! Es war schon irgendwie peinlich. Auch bei der naechsten Veranstaltung in derselben (!) Halle spielte die Combo! Allerdings erneut die gleichen drei Songs! Das fanden wir schon recht armseelig! In der Diskussion ging es um oekumenische Aemter! Nach dem Abendgebet folgte der wohl spirituelle Hoehepunkt. Der nicht unumstrittene Pater Anselm Gruen und der Liedermacher Clemens Bittlinger zusammen auf der Buehne. Den Beginn machte Bittlinger! Eine Erklaerung fuer die 5 Min Verspaetung lieferte er gleich zu Beginn. Er war quasi die Vorband fuer Nena, die auf der Theresienwiese aufgetreten ist. Eigentlich sollte ein Shuttle fuer die Band bereit stehen! Leider war das nicht so! Darum haben sie ihre Instrumente unter den Arm geklemmt und sind in die Innenstadt gejoggt! Dort sind sie dann in ein Taxi gesprungen! ;-) Ich kannte den Menschen uebrigens auch nicht, wenn sich jemand wundert! ;-) Allerdings waren mir einige Lieder bekannt! :-) Bittlinger und Gruen wechselten sich immer wieder ab! Pater Anselm Gruen ist wirklich eine Persoenlichkeit! Gute 45 min sprach er ohne Manuskript! Und kein uebliches Blabla, sondern seine Worte hatten Substanz! Uebrigens haben wir dort auch das aeltere Ehepaar aus dem Circus Krone wieder getroffen! An der U-Bahn im Anschluss dann gleich nochmal! ;-)

Am Sonntag kamen wir dann auch nur schwer in die Gaenge! Es ging noch frueher los als sonst! ;-) Der Abschlussgottesdienst stand an! Leider sind die 5 Tage viel zu schnell vergangen! :-( Der Gottesdienst war ein sehr schoener Abschluss, auf dem auch auf die naechsten christlichen Grossveranstaltungen hingewiesen wurden. 2011 findet in Dresden der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag statt und 2012 in Mannheim der 98. Katholikentag ! Bis dahin:

Erwartungen koennen enttaeuscht werden! Hoffnungen nicht!

Damit ihr Hoffnung habt. – Wise Guys

Die Hoffnung bleibt,
dass „die da oben“ bald begreifen,
dass ihnen diese Erde nicht gehört.
Die Hoffnung bleibt,
dass die Wirtschaft mal kapiert,
dass sie nicht wachsen kann, wenn sie die Welt zerstört.
Auch wenn die Welt verrückt spielt:
Glaubt weiter fest daran,
dass vieles sich zum Guten wenden kann!

Damit ihr Hoffnung habt, damit ihr Hoffnung habt.
Feiert, lacht und singt, damit ihr Hoffnung habt.
Damit ihr Hoffnung habt, damit ihr Hoffnung habt
und dass die Sonne scheint für jeden, der im Dunkeln tappt.

Die Hoffnung bleibt,
dass einmal alle Religionen
in Frieden mit Respekt koexistiern.
Die Hoffnung bleibt,
dass die, die was zu sagen haben,
die Wichtigkeit von Kindern realisiern.
Auch wenn die Welt verrückt spielt:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Zu glauben hat schon manchen Berg versetzt.

Damit ihr Hoffnung habt…

Die Hoffnung bleibt,
dass mancher Amts- und Würdenträger
eines Tages seine Eitelkeit vergisst.
Die Hoffnung bleibt,
dass „evangelisch“ und „katholisch“
irgendwann kein Unterschied mehr ist.

Damit ihr Hoffnung habt…

Unser Kirchentagsprogramm

Mittwoch
16.30-17.30 Einstimmung auf der Theresienwiese
17.30-18.30 Damit ihr Hoffnung habt (Eroeffnungsgottesdienst)
18.30-19.00 Worte und Gruesse zur Eroeffnung
18.30-23.00 Gruess Gott! (Abend der Begegnung – Strassenfest)
22.25-23.00 Bleib bei mir, Herr (Abendsegen auf dem Marienplatz)


Donnerstag
08.30-10.30 Pontifikalamt zu Christi Himmelfahrt
11.00-12.00 Oekumenische Feier zu Christi Himmelfahrt
14.00-15.30 2000 Jahre Christen im Nahen Osten
16.00-17.30 Auf der Suche nach dem perfekten Bildungssystem
18.00-18.45 Ein Zeichen der Hoffnung (Ermutigungsgottesdienst)
20.00-22.30 Humor hilft hoffen (Judy Bailey, Juergen Becker, Eckart von Hirschhausen)


Freitag
11.00-12.30 Konfessionsverbindende Ehen und Familien
14.00-15.30 Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung (Angela Merkel)
16.00-17.30 Diskussion um Abendmahl und Eucharistie
19.30-21.30 Kannst du sehen? (Konzert von Danny Fresh)
20.30-22.30 Nacht der Lichter (Abendgebet mit Taizé-Bruedern)


Samstag
11.00-12.30 Oekumenischer Rockgottesdienst
14.00-15.30 Gott ist allgegenwaertig (Nina Hagen)
16.00-17.30 Das kirchliche Amt in der oekumenischen Diskussion
18.00-18.30 Abendgebet
20.00-22.00 Lieder, Texte und Gedanken (Clemens Bittlinger und Anselm Gruen )


Sontag
09.00-10.00 Einstimmung zum Oekumenischen Schlussgottesdienst
10.00-11.30 Oekumenischen Schlussgottesdienst

2. OEKT


 

2. Oekumenischer Kirchentag in Muenchen!

5. Mai 2010

Unter dem Motto “Damit ihr Hoffnung habt” laedt der 2. Oekumenische Kirchentag (2. OEKT) nach Muenchen ein. Vom 12. bis 16. Mai 2010 wollen Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt ueber ihre Rolle als Christen in der Welt und der Gesellschaft diskutieren, gemeinsam feiern und fuer oekumenische Gemeinschaft unter allen christlichen Konfessionen eintreten. Weit ueber 100000 Dauerteilnehmende werden zu dieser oekumenischen Großveranstaltung erwartet.

Dabei ist der 2. OEKT keine exklusiv kirchliche Veranstaltung, sondern ein offenes Forum, auf dem auch aktuelle Fragen von Politik, Gesellschaft und Welt zur Sprache kommen. Bei den rund 3000 Veranstaltungen wird es sowohl Workshops und Podiumsdiskussionen zu sozialen, ethischen und politischen Themen geben, als auch Bibelarbeiten, Gottesdienste, und stille Meditationen. Zudem wird den Besuchern an allen Tagen ein vielfaeltiges kulturelles Programm geboten: Rock-, Pop-, Jazz-, Klassik- oder Gospelkonzerte, aber auch Theater, Ausstellungen, Kino, Literatur und Kleinkunst gehoeren dazu. Diese Vielfalt macht den besonderen Reiz der oekumenischen Großveranstaltung aus.

Veranstaltet wird der 2. OEKT von den beiden großen christlichen Laienorganisationen in Deutschland, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. 2003 fand der 1. Oekumenische Kirchentag in Berlin statt, zu dem 200000 Dauerteilnehmende kamen.

Es gibt viele Moeglichkeiten, sich auf den 2. OEKT vorzubereiten. Der Online-Shop des 2. OEKT bietet eine Vielzahl an Artikeln, mit denen zum Beispiel auch Gemeinden die Vorbereitungstreffen gestalten koennen: Kerzen, Schals, T-Shirt, Tassen, Festival-Baender – rund 50 Produkte umfasst das Sortiment. Im Buch zum 2. OEKT haben sich prominente Autoren aus Politik, Gesellschaft und Kirche Gedanken zum Leitwort “Damit ihr Hoffnung habt” gemacht.

Wie es war, erfahrt ihr naechste … oder uebernaechste Woche! ;-)

Informationen und Kontakt:
2. Oekumenischer Kirchentag Muenchen e.V.
Geschaeftsstelle
Rundfunkplatz 4, 80335 Muenchen
Telefon 089 559 997-337
E-Mail info@oekt.de
Internet www.oekt.de

2. OEKT

(Das Gezeichnete) Ich+Ich und Mohamed Mounir!

29. April 2010

Eigentlich ist es nicht meine Musik! Normalerweise hoere ich was Anderes! Aber ich muss gestehen, wenn was von Ich+Ich im Radio kommt, schalte ich zumindest nicht um! ;-) Okay, okay! Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir das eine oder andere Lied sogar gefaellt! :-) Bands, die mit deutschen Texten Erfolg haben, stehe ich ohnehin sehr offen gegenueber! Martina wollte unbedingt auf ein Konzert! Vor einiger Zeit wollte uns jemand in Fuerth gefaelschte Karten fuer ein Konzert in der Stadthalle andrehen! Zumindest hoffen wir das, weil wir nicht zugeschlagen haben! ;-) Der “Zufall” wollte es aber, dass Ich+Ich auf ihrer Tour ein Konzert in der Olympiahalle geben sollten! Nachdem ich Martina etwas zappeln lies, trudelten ganz unverhofft zwei Karten ins Haus! :-) Um im Wortspiel zu bleiben: Sie war gelinde gesagt aus dem Haeuschen! :-P

Somit machten wir uns nach einer Staerkung auf dem Fruehlingsfest auf den Weg zum Olympiapark. Es war schon echt lustig wie die Leute brav in Zweierreihen am Eingang standen. :-) Und dann standen wir auch schon mitten in der Olympiahalle! 5 m von der Buehne entfernt! Und nein: Wir waren nicht 2 Stunden vor Beginn in der Halle! ;-) Die Plaetze fuellten sich aber stetig bis zur Gaenze! :-) Dann ging es auch schon los! Eine seltsame Person betrat die Buehne! Wir hatten eigentlich Mohamed Mounir erwartet! Ein sehr erfolgreicher aegyptischer Musiker, der mit Adel Tawil ein Song auf der neusten Platte aufgenommen hat. Tja, wir mussten mit dem Gezeichneten Ich Vorlieb nehmen! Naja, schlecht war es/er nicht, aber … naja! ;-) Nach nur 15 min war “die Vorband” auch schon fertig! Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann richtig los! Ich+Ich in Concert! Was soll ich sagen: Adel Tawil singt live wie auf den CDs! Echt spitze! Oftmals ist man enttaeuscht, wenn man Bands live hoert! Zumindest wenn man kein “Hardcore-Fan” ist! ;-) Aber singen kann der Junge wirklich! Als Ueberraschung betrat dann doch noch Mohamed Mounir die Buehne und performte mit Ich+Ich das Lied “Yasmine”! Ein Highlight wie ich finde! Nach einem weiteren Song war er auch schon wieder weg! Schade!

Fazit: Ein schoener Abend mit richtig guter Musik! Eine wirklich gute Reise!

Ich+Ich - Gute Reise

Shutter Island!

21. April 2010

Wer ist hier verrueckt? Und wer ist es nicht? Eigentlich mag ich DiCaprio nicht! Dieser Film hat mich auch nicht zu einem Fan gemacht! ;-) Allerdings muss ich sagen, dass er echt nicht schlecht war … also der Film! :-) Nachdem ich eine Nacht darueber geschlafen habe, gibt es immer noch zahlreiche Interpretationsvarianten. Eine Suche im Internet hat mich auch nicht viel weiter gebracht! Es gibt +/- 3 Varianten, von denen ich 2 unterschreiben wuerde! Das wahre Ende werden wir wohl nie erfahren…

Kritik (Shutter Island)
Der Vorhang ist gelüftet und eine der scheinbar kuriosesten Studioentscheidungen der jüngeren Geschichte bekommt seine Auflösung. Was war passiert? Der US-Major Paramount Pictures hatte den Start seines heißen Oscar-Kandidaten „Shutter Island“, einen Thriller von Meisterregisseur Martin Scorsese nach dem Bestseller von Dennis Lehane (Mystic River) mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, von Oktober 2009 auf Februar 2010 verschoben und somit die finanziell so lukrative Award Season bewusst sausen lassen. „Ökonomische Gründe“, ließ Paramount-Chef Brad Grey lapidar verlautbaren. Doch nun, wo „Shutter Island“ auf der 60. Berlinale seine Uraufführung hatte, ist gewiss, dass man einem großen Mann wie Martin Scorsese einfach die Schmach, die beispielsweise ein Peter Jackson jüngst mit seiner Nicht-Berücksichtigung für seinen Mystery-Thriller In meinem Himmel erlitten hatte, ersparen wollte. „Shutter Island“ ist zwar durchaus ein guter Psycho-Thriller, aber kein Meisterwerk mit Preispotential.

Shutter Island, 1954. US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein neuer Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) reisen auf die abgelegene Insel vor der US-Ostküste, um das mysteriöse Verschwinden der Patientin Rachel Solando (Emily Mortimer) aufzuklären. Doch in der Anstalt für geistesgestörte Gewaltverbrecher stoßen die Bundesbeamten auf eine Mauer des Schweigens. Der ärztliche Leiter Dr. Cawley (Ben Kingsley) verweigert den Cops die Einsicht in die Akten und auch seine Mitarbeiter stellt er nur sehr widerwillig für Befragungen zur Verfügung. Daniels und Aule finden schnell heraus, dass Solando nicht ohne Hilfe geflohen sein kann. Ihre Chance von der Insel zu entkommen, ist aber verschwindend gering. Die einzige Verbindung zum Festland ist eine Fähre, zu schwimmen wäre reiner Selbstmord. Nachdem Solandos behandelnder Arzt Dr. Sheehan überstürzt in den Urlaub abgereist und nicht mehr zu erreichen ist, intensiviert Daniels seine Bemühungen und will mit aller Macht herausfinden, was auf der Insel gespielt wird. Aber auch der Marshal verfolgt ganz eigene Interessen, er vermutet, dass im Ashecliffe Hospital geheime Experimente an lebenden Patienten durchgeführt werden. Ferner macht ihm immer noch der Tod seiner geliebten Frau Dolores (Michelle Williams) zu schaffen, die in ihrem Appartement bei einem Brand erstickte…

Martin Scorsese spielt in jener exquisiten Oberklasse von Regisseuren, die höchstens eine Handvoll Mitglieder zählt. Wenn der New Yorker einen neuen Kinospielfilm an den Start bringt, ist das schon für sich genommen ein Ereignis. Hatte der Italo-Amerikaner früher in Robert De Niro (Hexenkessel, Taxi Driver, Wie ein wilder Stier, Kap der Angst, GoodFellas, Casino) seine Muse, übernahm Leonardo DiCaprio 2002 bei Gangs Of New York den Staffelstab und spielt nun nach Aviator und The Departed schon seine vierte Hauptrolle für den Großmeister. Die Vorzüge liegen auf der Hand: DiCaprio ist nicht nur einer der besten Schauspieler seiner Generation, sondern auch ein echter Filmstar, der die Menschen alleine mit seinem Namen in die Kinos locken kann. Das mag auch mit „Shutter Island“ gelingen, immerhin hat das Studio die mögliche negative Publicity bei einem Oscar-Reinfall vermieden.

Scorsese geht gleich zu Beginn in die Vollen. Der Score tost pompös-offensiv voran und schafft eine Atmosphäre wie in einem B-Horror-Thriller, die von Robert Richardsons (Inglourious Basterds, „Aviator“) überragender Kameraarbeit veredelt wird. Der cinephile Regisseur vermischt die Genres und nimmt mit der visuellen Gestaltung sowie mit Hard-Boiled-Dialogen Anleihen beim Film Noir, während er immer tiefer in die Psyche seiner Hauptfigur eintaucht, die versucht, das Rätsel von Shutter Island zu lösen.

Die Puzzlestücke, die von Drehbuchautorin Laeta Kalogridis (Pathfinder, Alexander) geschickt ausgelegt werden, beschäftigen das Publikum erst einmal eine Weile, jeder Zuschauer kann sich einen eigenen Reim darauf machen und wer sich dafür viel Zeit lässt, hat keine Nachteile, denn mit einem Wendungs-Coup werden die Karten neu gemischt. Unabhängig davon schleichen sich im Mittelteil einige Längen ein, die Handlung kommt nicht voran und verliert ihren Fokus. Aber das ist die Ruhe vor dem Sturm: Im dritten Akt überschlagen sich schließlich die Ereignisse.

DiCaprio (Blood Diamond, Zeiten des Aufruhrs), den gern unterschätzten, aber oft ausgezeichneten Mark Ruffalo (Zodiac, Collateral, Die Stadt der Blinden) und Ben Kingsley (Gandhi, Schindlers Liste) zur Verfügung zu haben, ist ein Segen, aus dem aber auch eine Verpflichtung erwächst. DiCaprio ist der klare Dominator des Films. Alles ist auf den Kalifornier zugeschnitten, der mit purer Präsenz Akzente setzt. Sein Marshal Daniels wird von inneren Dämonen gejagt, die ihn aber nicht hemmen, sondern anspornen, weiter zu ermitteln. Leider übertreibt es Scorsese mit geradezu epischen Rückblenden, die Daniels‘ mentale Instabilität bebildern. Immer wieder geht es zurück in Daniels‘ Zeit im Zweiten Weltkrieg. Er hat als US-Soldat an der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau mitgewirkt, sich aber auch selbst kaltblütiger Morde schuldig gemacht. Damit nicht genug, in einer zweiten Flashback-Ebene plagt ihn der Tod seiner Frau Dolores, die in seinen Träumen zu ihm spricht und ihm Ratschläge gibt, was als nächstes zu tun sei. Diese Ausflüge in die Psyche sind für die Prosa eines Romans ein Geschenk, aber ihre filmische Illustration ist generell heikel. Während der Zuschauer gespannt die Thrillerhandlung weiter verfolgen will, hemmen die Rückblenden immer wieder den Erzählfluss.

DiCaprios Co-Star Mark Ruffalo steht unübersehbar im Schatten des großen Leo. Er erfüllt überwiegend die Funktion eines Stichwortgebers für seinen Boss. Ruffalo erhält wenig Gelegenheiten zu eigenen Akzenten, aber überzeugt bei diesen mit seiner ruhigen Art. Ben Kingsley als Gegenpol zu den beiden US-Marshals hat im Vergleich dazu die weitaus dankbarere Rolle. Der Oscarpreisträger gefällt mit zurückhaltendem Spiel, was seine Figur des undurchsichtigen Dr. Cawley noch einmal geheimnisvoller erscheinen lässt.

Mag es dramaturgisch auch einige Holprigkeiten geben, stilistisch ist „Shutter Island“ absolut über jeden Zweifel erhaben. Die abgelegene Insel ist ein perfekter Drehort, die raue Landschaft und deren Inszenierung gemahnt an Klassiker der Sechzigerjahre und das Wetter nimmt teilweise gar die Funktion einer Nebenrolle ein, wenn ein kräftiger Sturm über das Eiland zieht und den Mikrokosmos Shutter Island ins Chaos stürzt.

Fazit: Martin Scorseses „Shutter Island“ ist kein Meisterwerk. Oft sind die Einzelteile des Thrillers besser als das Ganze, daran ändert auch die herausragende Kameraarbeit von Robert Richardson und das engagierte Auftreten von Leonardo DiCaprio nichts. Ansonsten gibt es von allem etwas zu viel: Die Cops sind ein bisschen zu abgebrüht, die Anstaltsaltvorderen ein wenig zu finster und die Schatten, die das Ungemach wirft, einen Tick zu lang. Doch die Brillanz, mit der Scorsese das alles inszeniert, ist trotz aller Einwände bewundernswert und macht aus „Shutter Island“ einen absolut sehenswerten Film.
Carsten Baumgardt

Shutter Island