Erst als ich den Artikel geschrieben hatte, ist mir aufgefallen, dass ich wohl 1-2 Saetze zu viel geschrieben habe! Wem es zu viel ist, der braucht ihn ja nicht lesen!
Dem Rest viel Spass beim Schwelgen in (unseren) Erinnerungen!
Haben wir Hoffnung? Ja! Wir haben Hoffnung! Ich kann bei den zahlreichen Podien nicht mehr sagen, wer das gesagt hat, aber ein schlauer Mensch auf dem OEKT hat sinngemaess folgendes von sich gegeben: Erwartungen koennen enttaeuscht werden! Hoffnungen nicht! Und das finde ich ein weiser Ausspruch! Was macht man auf einem Kirchentag? Man steht mitten in der Nacht auf und geht mitten in der Nacht ins Bett! Dazwischen besucht man Gottesdienste, Podien, Workshops, Bibelarbeiten, Auffuehrungen, Konzerte und und und.
Am Mittwoch ging es mit dem Eroeffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese los. Martina konnte etwas frueher Schluss machen, wodurch die Fahrt zur “Wies‘n” noch relativ stressfrei war. Spaeter konnten die Bahnen des MVG den Besucheransturm kaum noch bewaeltigen. Am Ausgang der U-Bahn bekam man dann gleich eine Platzkarte! Wir durften noch fast bis ganz nach vorne!
Wir standen direkt hinter den tausenden Blaesern, die sich vor der Buehne versammelt hatten. Bis zum Ende hing eine dunkle Wolke ueber der Theresienwiese, aber es blieb trocken. Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Erzbischof Dr. Reinhard Marx, der katholische Praesident des 2. OEKT Alois Glueck und der evangelische Praesident Prof. Dr. Dr. (Dr.) h.c. Eckhard Nagel eroeffneten den 2. Oekumenischen Kirchentag. Es war ein gelungener Beginn! Der Erzbischof hatte einen Brief von Papst Benedikt an die Pilger dabei. Fuer mich sehr ueberraschend ging es in diesem Brief auch um “das Unkraut” in der Katholischen Kirche. Es sollte an diesem Kirchentag nicht das letzte Mal gewesen sein, dass dieses Thema angeschnitten wurde. Das musikalische Highlight war Judy Bailey. Ich hatte zugegebenermassen noch nie was von ihr gehoert, aber Martina schwaermt schon seit Bekanntgabe des Programms von der Saengerin.
Im Anschluss an den Gottesdienst pilgerten ca. 55000 Glaeubige Richtung Innenstadt. Die einen zu Fuß (WIR und einige andere) und der Rest mit der U-Bahn!
Auf dem Weg durch die Strassen wurde man von zahlreichen Anwohnen in Augenschein genommen. Die Strassen waren extra abgesperrt. Ein erstes menschliches Erlebnis auf diesem Kirchentag war eine sehr alte Dame auf ihrem Balkon! Die Pilger winkten ihr freundlich zu! Sie hat sich sicher gefuehlt wie Koenigin Elisabeth! Und eine gewisse Aehnlichkeit war auch vorhanden!
Rund um die Innenstadt fand dann das Fest der Begegnung statt! Ein Strassenfest, auf dem sich die verschiedenen Landesgruppen Bayerns vorstellten. Kulinarisch, kulturell und auch sprachlich!
Die Zeit verging wie im Flug! Ploetzlich standen wir schon mit einer Kerze in der Hand auf dem Marienplatz: Abendsegen! Bei 1000 Kindern, die mit ihren Kerzen nur Bloedsinn im Kopf hatten, war die Stimmung weniger klerikal. Im Anschluss wurde wieder gepilgert! Wir pilgerten Richtung Bett!
Der Donnerstag begann dann mit einem katholischen Gottesdienst in der Frauenkirche. Das war das einzige Mal, an dem mehr als eine Handvoll Katholiken zusammen waren. Ich hatte zwischendurch echt das Gefuehl, ich waere auf einem evangelischen Kirchentag!
Die Kirche war wirklich voll. Somit blieb uns nur der Boden vor der Leinwand mit Blick auf den Altar!
Da es ein Pontifikalamt war, fuehrte Erzbischof Dr. Reinhard Marx durch die Messe. Es waren schon ein paar seltsame Gestalten im Gottesdienst! Wieder wurde gepilgert! Wieder hinter einer bayrischen Blaskapelle her! Was auch sonst in Muenchen!
Die Reise ging zum Odeonsplatz! Wieder konnte man die wunderbare Organisation bewundern. Wir wurden um die groessten Massen herumgeleitet und standen schliesslich mitten auf dem Odeonsplatz! Erneut war es uns moeglich, auf die Buehne und auf die Leinwand zu schauen! Naja, zumindest ich konnte das … wenn kein Schirm aufgespannt war!
Da es wieder puenktlich zum Gottesdienst aufgehoert hatte zu regnen, war das auch kein Problem!
Noch ein Wort zum Wetter: Martina war felsenfest davon ueberzeugt, dass “Gott sein Fest nicht verregnen laesst”! Sagen wir es mal so: Er hatte scheinbar recht viel zu tun, dass es fuer Sonnenschein nicht gereicht hat. Aber richtig geregnet hat es auch nicht! Zumindest wenn wir unter freiem Himmel waren!
Dann stand das erste Podium auf dem Programm. Es ging um Christen im Nahe Osten! Gleich mal eine ganz schwere Kost, aber es war sehr interessant! Unter anderem war Dr. Dr. Sumaya Farhat-Nase, Oekologin und Friedenspolitikerin, anwesend. Ich muss gestehen, diese war uns erst auf den zweiten Blick bekannt, aber das Auditorium brach in Freudenstuerme aus, als sie das Podium betrat!
Nach dieser Anstrengung ging es zum Circus Krone! Nein! Wir wollten keine Loewen und Tiger sehen!
Trotzdem haben sich die vielen Muetter im Saal und der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle schier zerfleischt!
Es ging um das Bildungssystem! Warum wir dort noch/schon hingegangen sind? Weil wir danach in 2 andere Veranstaltungen im Circus wollten!
Die Chicken Swings fuehrten musikalisch durch die Diskussion! Warum ich das so explizit erwaehne? Zum einen war die Band echt nicht schlecht! Und zum zweiten: Die Diskussion zog sich natuerlich in die Laenge! Somit wurde etwas ueberzogen! Die Band durfte dann noch ein Stueck vortragen! Es wurde immer spaeter, und es mussten noch Dinge fuer den anschliessenden Gottesdienst aufgebaut werden. Trotzdem finde ich, hat auch die Band die Zeit verdient, die ihr eigentlich zugestanden ist. Mitten im Lied lief dann ein Orga-Mensch zur Buehne und fuchtelte wie wild mit den Armen! Den Dirigenten beeindruckte er mit seiner “Einlage” allerdings nicht!
Habe ich schon erwaehnt, dass wir einen sehr guten Platz hatten? Habe ich schon erwaehnt, dass dieser Typ den ganzen Saal anschliessend raeumen liess?? Unfassbar! Die Stimmung im Saal war dementsprechend gereizt! Naja, aber das verflog recht schnell! Schliesslich waren wir auf einem Kirchentag!
Nach 15 min durften wir wieder rein! Optisch hatte sich an den Plaetzen nicht wirklich was veraendert! Allerding sassen wir jetzt … noch besser!
Und neben uns sass ein nettes aelteres Paerchen, die sich ihren Platz mit Jacken reserviert hatten!
Nach dem Gottesdienst sollte naemlich das Highlight fuer Gehoergang und Lachmuskeln folgen! Somit hofften wir, dass wir den Platz nicht nochmal verlassen muessten! Dann folgte die Durchsage: Nach dem Gottesdienst muss die Halle verlassen werden. Guetigerweise haette man im Vorraum warten duerfen! Die Stimmung im Saal erreichte einen Tiefpunkt! Vor allem hoerte man bereits Leute, die vor der Halle warteten! Nach dem Gottesdienst packten somit alle ihr Hab und Gut, und wollten gerade aufbrechen, als erneut eine Durchsage gemacht wurde: WIR DURFTEN BLEIBEN!
Mittlerweile hatte es scheinbar zu schuetten begonnen! Somit wollten sie uns nicht ganz raus schicken! Und der Hauptgrund? Vor der Tuer standen fast 5000 Leute, um den Circus zu stuermen, sobald die Halle ihre Tore oeffnen wuerde! Unfassbar! So ein Andrang! Und wir hatten einen spitzen Platz!
Der Abend konnte beginnen. Wieder zeigte sich die geniale Organisation des OEKT. Wir wurden aufgefordert, dass alle ihre Plaetze einnehmen sollten, damit sie sehen koennen, wie viele Menschen sie noch reinlassen koennen. Uns egal! Wir waren drin!
Habe ich schon erwaehnt, welche Veranstaltung eigentlich folgen sollte? Judy Bailey, Juergen Becker und Eckart von Hirschhausen auf einer Buehne! Das versprach unterhaltsam und lustig zu werden!
Schon der Soundcheck war der Hammer! Wir haben uns schon da weggeschmissen! Weniger ueber Hirschhausens Unvermoegen spontan zu sein, als ueber das StandUp-Kabarett von Juergen Becker!
Das sollte sich auch den ganzen Abend ueber nicht aendern! Den Anfang machte Judy Bailey. Was soll ich sagen? Der erste Ton wurde gespielt bzw. gesungen und der ganze Saal sprang von den Stuehlen und klatschte, tanzte und sang! Selbst die aelteren Herrschaften neben uns waren aus dem Haeuschen!
Jamaikanische Rhythmen gepaart mit christlichen Texten! Eine wunderbare Kombination! Dann wechselten sich Becker und Hirschhausen ab! Man merkt einfach die Jahrzehnte, die Becker bereits auf der Buehne steht. Hirschhausen wirkte anfaenglich sehr verkrampft und spaeter immer noch verkrampft! Becker dagegen brachte den Saal zum toben! Wir haben uns wirklich fast todgelacht! Ich kann mich nicht erinnern, wann wir uns so weggeworfen haben!
Ich kann jedem nur empfehlen, einmal eine Auffuehrung von ihm zu besuchen! Oder einfach mal den Fernseher einzuschalten, wenn er mal wieder auf Sendung ist. Es ist schwer, ein Beispiel zu bringen, aber ich versuche es trotzdem mal! Man muss sich aber auch sein Gesicht und seine Sprache dazu vorstellen!
Becker: Als ich noch ein kleiner Junge war, brachte ich eine 6 in Mathematik mit nach Hause! Damals hiess das ja noch Rechnen! Meinem Vater gab ich auch noch Widerworte, als er mir seine Meinung dazu erzaehlte! Somit legte er mich uebers Knie und begann “mein Gesaess zu massieren”! Meine Mutter hoerte das Treiben im Wohnzimmer und kam gelaufen. Sie sagte zu meinem Vater: “Das macht man heutzutage nichtmehr!” Mein Vater antwortete: “Achso!” Danach hat er mich nie wieder uebers Knie gelegt! Tja, nur leider ist Mixa eben nicht verheiratet!
Zum schiessen … Peng!
Zum Abschluss spielte nochmal Judy Bailey! Selbst den etwas steifen und unspontanen Hirschhausen sah man tanzen!
Ein wirklich unterhaltsamer, froehlicher und familiaerer Abend!
Am Freitag ging es dann wieder relativ frueh los. Nachdem wir abends noch Brote geschmiert hatten, war die Nacht ganz schoen kurz! Als erstes Stand eine Diskussion in der Messestadt zum Thema “Konfessionsverbindende Ehen und Familien” auf dem Programm. Da Martina evangelisch ist, ist das durchaus ein spannendes Thema!
Da wir relativ frueh dran waren, stolperten wir noch in die sehr langatmige Bibelarbeit von Dr. Norbert Lammert, dem Bundestagspraesident. Bei der Diskussion waren dann unter anderem Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, ein Vertreter der katholischen Kirche und ein konfessionsverschiedenes Ehepaar. Bei dieser Diskussion kamen weder evangelische noch Katholiken besser weg. Zum Beispiel durfte der Mann des Paares nichtmehr evangelischer Pfarrer werden. Es kristallisierte sich bereits da eines der Themen heraus, das immer wieder den ganzen Kirchentag ueber aufkam: interkonfessionellen eucharistische Gemeinschaft ! Worum es dabei geht, sollte jedem Christen klar sein!
Es ist sicher, dass es irgendwann eine solche Interkonfessionelle Abendmahlsgemeinschaft geben muss! Ich finde auch, dass es in dieser Streitfrage eine Loesung braucht! Allerdings verstehe ich trotz meiner konfessionsverschiedenen Partnerschaft auch die katholische Kirche. Solange es evangelische Gemeinden gibt, die geweihte Hostien zu Salat-Croutons verarbeiten, und die Messwein auf Partys ausschenken, kann es keinen offiziellen Konsens geben. Zudem muss ich noch was Grundsaetzliches loswerden: Ich finde, dass jeder Katholik fuer sich selbst entscheiden sollte, ob er bei einer evangelischen Messe zur Kommunion geht oder nicht! Es geht doch um “GLAUBE” und nicht um Gesetze! Sicherlich haben evangelische Christen ein groesseres Problem, da sie sich nicht einfach ueber den Willen des jeweiligen Pfarrers hinwegsetzen duerfen! Zurueck zu unserem Programm.
Die naechste Veranstaltung stand unter dem Motto “Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung – Gibt es eine Formel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?”. Keine geringere als unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich die Ehre. Zuvor musste aber noch die Halle mit Bombenspuerhunden durchkaemmt werden.
Da unser Vesper fuer abends reichen sollte, machte ich mich auf den Weg um etwas Essbares zu finden. Wir hatten gut 2h Zeit! Da sich die Halle aber merklich fuellte, blieb Martina lieber auf unseren Plaetzen. Es war gar nicht so leicht, was zu finden! Gut, gefunden habe ich schon was, aber ich wollte nicht die 2h in einer Schlange verbringen!
Sowohl die Staende im Freien als auch die Essenshalle waren zum Bersten gefuellt! Als ich es schon aufgeben wollte, fand ich einen kleinen versteckten HotDog-Stand! Nach 10min hatte ich zwei Riesen-HotDogs in der Hand! Mit knurrendem Magen machte ich mich auf den Weg zur Halle! Martina wartete auch schon ganz ungeduldig auf mich! Von meiner Beute hatte ich ihr allerdings nichts erzaehlt!
Als ich mich der Halle naeherte, fielen mir die vielen Leute auf! Es wurden immer mehr! Hatte ich mich in der Halle geirrt? Nein! Ich stand vor Halle C1! Zusammen mit hunderten und einem Pfadfinder mit einem Schild: “Halle ueberfuellt!” Das konnte nicht wahr sein! Wir hatten einen Platz! Ich hatte was zu essen! Nur ich konnte nicht rein! “Damit ihr Hoffnung habt…” hiess das Motto! Somit stellte ich mich mit etwas Hoffnung in die “Schlange”! Ein Mann draengelte sich an mir vorbei! Er muesse rein! Seine Frau wuerde in der Halle sitzen! Hallo? Meinst du, ich stehe freiwillig mit knurrendem Magen und 2 Riesen-HotDogs in der Schlage? Eben! Nach etwas Diskussion zeigte sich mal wieder die Organisation! Die wartenden Pilger an den Tueren wurden doch tatsaechlich von einem Helfer direkt an ihren Platz gebracht, damit keine zusaetzlichen Menschen mehr in die Halle kommen! Trotzdem war es ein schieben und quetschen! Ich dachte, ich bin auf einem Kirchentag!?
Schliesslich erreichte ich zusammen mit meinem Personenschuetzer den reservierten Sitzplatz! Die ganze Reihe empfing mich freudig, auch wenn ich nur Martina kannte!
Dann kam auch schon Frau Bundeskanzlerin! Martina’s erste Reaktion: Huch ist die klein!
Man muss schon sagen, menschlich ist die Frau echt sehr nett! Es folgte erneut eine Diskussion um Abendmahl und Eucharistie. Wieder war die Diskussion sehr interessant, auch wenn nicht mehr so viel neue Information hinzukam! Ein Highlight muss ich noch erwaehnen: Das mittel- und suedbadische Blaeserensamble!
Da faellt mir noch was ein: Ich kann die naechsten 4 Wochen keine Blechblaeser mehr hoeren!
Danach hatten wir wieder etwas Zeit, um das Messegelaende zu erkunden. Martina wollte unbedingt noch bei Danny Fresh vorbeischauen! Dieser hatte schon bei einem Kirchentag vor ein paar Jahren “Musik” gemacht. Wenn es Martina gefaellt, koennt ihr euch denken, was der fuer “Musik” macht!
Lustigerweise habe ich dann in einem kleinen Pressezelt neben der Buehne Nina Hagen entdeckt!
Die Frau ist auch nicht so mein Fall, aber bekannt ist sie ja schon!
Zum Abschluss schlenderten wir gemuetlich Richtung Halle C3. Wir wollten an einem Abendgebet mit Taizé-Bruedern teilnehmen. Uns kam nicht in den Sinn, dass die Halle wieder ueberfuellt sein koennte! Was soll ich sagen? Die Halle war ueberfuellt!
Dieses Mal standen wir wenigstens zusammen vor der Halle! Wir entschlossen uns aber noch eine Zeit zu warten! Tatsaechlich gab es noch vereinzelte Stehplaetze … und wir waren schliesslich drin!
Am Eingang wurden wir dann informiert, dass es nur noch Stehplaetze gaebe! Okay! Schauen wir uns das doch einfach mal an! In der Mitte der Halle kam dann eine Helferin auf uns zu! Wir hatten schon damit gerechnet, dass wir wieder zurueck geschickt werden wuerden. Weit gefehlt! Sie hat uns zwei Plaetze zugeteilt!
Somit sassen wir zufrieden direkt vor einer Leinwand, auf der wir das spaerliche Geschehen auf der Buehne verfolgen konnten! Wie zu erwarten war, wurde kraeftig gesungen und gebetet! Das Lustige ist, dass vor einer “Gesangsveranstaltung” immer die Lieder mit dem Publikum geprobt wurden!
Dann wurde es still, und das Gebet ging los! 2h sangen und beteten wir gemeinsam. Es war wirklich eine ergreifende Zeit! Als dann die vorher verteilten 6000 Kerzen gegen Ende des Gebetes angezuendet wurden, war das ein beeindruckendes Bild! Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings. Ein Kreuz wurde in die Mitte der Halle gelegt, an dem die Gemeinde seine “Lasten” ablegen konnte! Aufgrund der Menschenmasse dauerte das sehr lange! Daher beschlossen wir nach Ende des Gebetes dort hinzugehen! Das Gebet war zu Ende und trotzdem sangen wir! Gaensehautfeeling!
Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name!
Bless the Lord, my soul, who leads me into life!
Doch ploetzlich ging das Licht an, und Beethoven oder sonst wer schallte aus den Lautsprechern! Ein bisschen mehr Taktgefuehl haetten wir da schon erwartet! Einer der wenigen Kritikpunkte!
Am letzten “echten” OEKT-Tag hatten wir uns als Erstes einen Rockgottesdienst im Olympiapark ausgesucht! Klingt komisch, ist aber so!
Es kam, wie es kommen musste: Wir standen in einer Menschentraube vor der “Kirche”! Es ging nicht vorwaerts und nicht rueckwaerts! Langsam muss euch das auf den Keks gehen, aber die Organisation! Es hat zwar ein Weilchen gedauert, aber schliesslich wurde kurzerhand ein weiterer Saal geoeffnet, und wir bekamen doch noch einen Platz! Auf dem Boden zwar aber immerhin!
Vom Gottesdienst selber waren wir leider nicht so begeistert! Dann mussten wir wieder in die Bahn steigen, denn es ging wieder zur Messestadt! “Wo Glauben erfahren? – Kloster, Konzertsaal, Montagehalle: Gott ist gegenwärtig”! Unter anderem war auch mal wieder Nina Hagen dabei!
Dieses Mal diskutierte sie mit und sang auch das eine oder andere Lied! Ich muss sagen, die Gute hat echt einen an der Waffel, aber was sie inhaltlich von sich gegeben hat, war gar nicht mal so verkehrt! Den musikalischen Rahmen bildete Aschira aus Meppen. Die 3 Lieder, die sie konnten, waren nicht so schlecht! Es war schon irgendwie peinlich. Auch bei der naechsten Veranstaltung in derselben (!) Halle spielte die Combo! Allerdings erneut die gleichen drei Songs! Das fanden wir schon recht armseelig! In der Diskussion ging es um oekumenische Aemter! Nach dem Abendgebet folgte der wohl spirituelle Hoehepunkt. Der nicht unumstrittene Pater Anselm Gruen und der Liedermacher Clemens Bittlinger zusammen auf der Buehne. Den Beginn machte Bittlinger! Eine Erklaerung fuer die 5 Min Verspaetung lieferte er gleich zu Beginn. Er war quasi die Vorband fuer Nena, die auf der Theresienwiese aufgetreten ist. Eigentlich sollte ein Shuttle fuer die Band bereit stehen! Leider war das nicht so! Darum haben sie ihre Instrumente unter den Arm geklemmt und sind in die Innenstadt gejoggt! Dort sind sie dann in ein Taxi gesprungen!
Ich kannte den Menschen uebrigens auch nicht, wenn sich jemand wundert!
Allerdings waren mir einige Lieder bekannt!
Bittlinger und Gruen wechselten sich immer wieder ab! Pater Anselm Gruen ist wirklich eine Persoenlichkeit! Gute 45 min sprach er ohne Manuskript! Und kein uebliches Blabla, sondern seine Worte hatten Substanz! Uebrigens haben wir dort auch das aeltere Ehepaar aus dem Circus Krone wieder getroffen! An der U-Bahn im Anschluss dann gleich nochmal!
Am Sonntag kamen wir dann auch nur schwer in die Gaenge! Es ging noch frueher los als sonst!
Der Abschlussgottesdienst stand an! Leider sind die 5 Tage viel zu schnell vergangen!
Der Gottesdienst war ein sehr schoener Abschluss, auf dem auch auf die naechsten christlichen Grossveranstaltungen hingewiesen wurden. 2011 findet in Dresden der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag statt und 2012 in Mannheim der 98. Katholikentag ! Bis dahin:
Erwartungen koennen enttaeuscht werden! Hoffnungen nicht!
Damit ihr Hoffnung habt. – Wise Guys
Die Hoffnung bleibt,
dass „die da oben“ bald begreifen,
dass ihnen diese Erde nicht gehört.
Die Hoffnung bleibt,
dass die Wirtschaft mal kapiert,
dass sie nicht wachsen kann, wenn sie die Welt zerstört.
Auch wenn die Welt verrückt spielt:
Glaubt weiter fest daran,
dass vieles sich zum Guten wenden kann!
Damit ihr Hoffnung habt, damit ihr Hoffnung habt.
Feiert, lacht und singt, damit ihr Hoffnung habt.
Damit ihr Hoffnung habt, damit ihr Hoffnung habt
und dass die Sonne scheint für jeden, der im Dunkeln tappt.
Die Hoffnung bleibt,
dass einmal alle Religionen
in Frieden mit Respekt koexistiern.
Die Hoffnung bleibt,
dass die, die was zu sagen haben,
die Wichtigkeit von Kindern realisiern.
Auch wenn die Welt verrückt spielt:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Zu glauben hat schon manchen Berg versetzt.
Damit ihr Hoffnung habt…
Die Hoffnung bleibt,
dass mancher Amts- und Würdenträger
eines Tages seine Eitelkeit vergisst.
Die Hoffnung bleibt,
dass „evangelisch“ und „katholisch“
irgendwann kein Unterschied mehr ist.
Damit ihr Hoffnung habt…
Unser Kirchentagsprogramm
Mittwoch
16.30-17.30 Einstimmung auf der Theresienwiese
17.30-18.30 Damit ihr Hoffnung habt (Eroeffnungsgottesdienst)
18.30-19.00 Worte und Gruesse zur Eroeffnung
18.30-23.00 Gruess Gott! (Abend der Begegnung – Strassenfest)
22.25-23.00 Bleib bei mir, Herr (Abendsegen auf dem Marienplatz)
Donnerstag
08.30-10.30 Pontifikalamt zu Christi Himmelfahrt
11.00-12.00 Oekumenische Feier zu Christi Himmelfahrt
14.00-15.30 2000 Jahre Christen im Nahen Osten
16.00-17.30 Auf der Suche nach dem perfekten Bildungssystem
18.00-18.45 Ein Zeichen der Hoffnung (Ermutigungsgottesdienst)
20.00-22.30 Humor hilft hoffen (Judy Bailey, Juergen Becker, Eckart von Hirschhausen)
Freitag
11.00-12.30 Konfessionsverbindende Ehen und Familien
14.00-15.30 Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung (Angela Merkel)
16.00-17.30 Diskussion um Abendmahl und Eucharistie
19.30-21.30 Kannst du sehen? (Konzert von Danny Fresh)
20.30-22.30 Nacht der Lichter (Abendgebet mit Taizé-Bruedern)
Samstag
11.00-12.30 Oekumenischer Rockgottesdienst
14.00-15.30 Gott ist allgegenwaertig (Nina Hagen)
16.00-17.30 Das kirchliche Amt in der oekumenischen Diskussion
18.00-18.30 Abendgebet
20.00-22.00 Lieder, Texte und Gedanken (Clemens Bittlinger und Anselm Gruen )
Sontag
09.00-10.00 Einstimmung zum Oekumenischen Schlussgottesdienst
10.00-11.30 Oekumenischen Schlussgottesdienst